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Background

Die reloaded Parties sind auf der Grundlage von einem auf 3disco.com publizierten und in entsprechender Facebook Group diskutierterten Konzept für einen neuen Club von Dan Subwave entstanden. Hier ein Auszug:

“Mit diesem Konzept wollen wir folgenden Unzulänglichkeiten begegnen, die man heute in Nachtclubs vorfindet.

Warterei bis endlich guter, tanzbarer Sound kommt! In manchen Clubs wird er gar nie kommen.
– Manche DJs sind oftmals, bei allem Respekt für deren grossen Fähigkeiten, egoistische Exzentriker, die nur nach ihrer persönlichen Stimmung irgendwelchen Sound bringen. Oder sie sind nur darauf erpicht, Tracks zu bringen, die sonst niemand hat, um damit kreativ und einzigartig zu wirken.
DJs sind oftmals auch selber keine passionierten Tänzer – sie bringen deshalb Sound, der gar nicht so zum Tanzen geeignet ist. Die vielbesagte Spontanität, das Eingehen aufs Publikum, findet oftmals nicht statt, ist vielleicht sogar ein Mythos. Nur äusserst selten konnte man mal einen DJ nach seinem Set auch selber auf dem Floor erblicken. ..
Wir brauchen im Club nicht unbedingt bekannte (teure) DJ-Namen (die oftmals auch an den verschiedensten Parties wochenlang das genau gleiche Set bringen) sondern eher Sound-Tüftler und -Produzenten, Perfektionisten und Dance-Enthusiasten.

Zuwenig Klassiker. Die neuesten Scheiben sind selten auch die Besten. Allerdings darf eine Tanznacht nicht zur Hitparade verkommen. Es braucht aber immer wieder Referenzen zur Vergangenheit (oder auch zur Gegenwart), bekannte Songelemente von Depeche Mode, New Order, Kraftwerk, JM Jarre, Yello, Human League, Yazoo, Soft Cell usw. ; aus den Wurzeln der elektronischen Musik. Oder einfach auch manchmal ein toller Remix von einem Madonna Titel. Oder von Nirvana. INXS .. nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Licht ist fast nie im Rhythmus. Da werden automatisiert irgendwelche Lichtfolgen abgespielt, manchmal vom Sound getriggert, aber immer verzögert.
Wie wichtig es ist, dass Musik und Licht synchron ablaufen, kann man am einfachen Beispiel von einem Spot oder einer kleinen Lichtorgel sehen: Blinkt sie genau im Rhythmus des Beats, ist es schon faszinierend nur einer Lampe zuzusehen. Sind die beiden Rhythmen jedoch versetzt, wirkt das Licht eher störend. Dasselbe mit einem Stroboskop. In den 70er-Jahren ist mit diesen Geräten eine neue Bewegung entstanden; man hat sich damit in Trance versetzt. Der Effekt ist auch hier ungleich schwächer, wenn die Kadenz nicht genauestens mit dem Beat oder einem Basslauf übereinstimmt. Dabei ist v.a. bei grösseren Locations auch einzuberechnen, dass Licht schneller ist als Sound.. Leider ist diese Synchronität fast nirgends vorhanden – nicht mal bei Hallenstadion-Konzerten, wo ein ganzes Team fürs Licht verantwortlich ist.
Laser werden oft falsch eingesetzt, nämlich als Spinnennetz-artiges Lichtgewitter, das wie Licht und Strobo die Sinnesüberreizung zu bezwecken scheint. Lasereffekte sollten nur sparsam und eher statisch eingesetzt werden. Die Strahlen eignen sicht nicht, um in einem Rhythmus nervös zu blitzen, sondern eher, um flächige Synthie-Sounds hervorzuheben. Die Richtungen und gebildeten Volumen sollten sich im Einklang mit der Architektur befinden.

Video-Projektionen haben meist nichts mit dem Sound zu tun, dabei könnten diese eine 4.Dimension ausmachen. Mit Sound (dem jeweiligen Track aus einer Playlist) zusammen könnten diese Animationen vorproduziert sein. Die visuelle Umsetzung eines Tracks gleichzeitig zum Beat und weiteren Soundelementen hat eine fast hypnotische Wirkung. Die bekannten Visualisierungsprogramme (Geiss, Milkdrop etc.- für Winamp oder Itunes) gehen zu wenig weit, man könnte Töne in 3D-Formen, Bildern, Effekten, Flächen und Farben im Stereobild darstellen und in Echtzeit animieren, so dass sie für den Betrachter auf dem Dancefloor genau synchron in Erscheinung treten. Dabei gilt auch immer die alte Regel ‘less is more’. Ein einfaches Beispiel hier.
Info zur Musik: Ueber Video müsste meiner Ansicht nach Titel/Interpret der einzelnen Stücke eingeblendet werden. Zumindest die Tracks der Playlist müsste man über die Website des Clubs auch erwerben können. Eine (wechselnde) Playlist ist nötig, denn der Wiedererkennungswert von gewissen Stücken ist für die Stimmung im Club enorm wichtig, viel wichtiger als wenn ein DJ die Leute animiert, die Hände hochzuhalten und solche Albernheiten.

weitere Unzulänglichkeiten:

– Musik ist meist zu wenig lautSoundqualität ist zu schlecht.
Vermehrt sollte auch bewusst in Stereo oder gar in DolbySurround gearbeitet werden.

– Es ist zu heiss, Luft schlecht (extra, damit mehr getrunken wird.) Nicht bei uns.

Tanzfläche ist zu klein, zu voll mit Leuten die bloss rumstehen und quatschen.

Boden ist oft nicht zum Tanzen geeignet. Holzparkett wohl fast am idealsten. Teppich mühsam. Bei Open Air Festivals wie etwa der VISION oder der MOTION kommt zum unebenen Boden meist noch der Morast dazu.

No Traffic! Die Tanzfläche darf niemals zur Verkehrsfläche werden. Im Rohstofflager oder im Hive wird man ständig von Leuten angerempelt die sich vorbeizwängen wollen.. Ueberhaupt sollte ein Club nie zu voll sein, damit verkauft man zwar erstmal mehr Eintritte aber viele Besucher kommen danach eine Weile nicht mehr. Leute, die nicht mehr reinkommen, müssen einfach das nächste Mal früh genug da sein. So könnte man u.U. auf Dauer erreichen, dass schon ab 21 Uhr was los ist. Das Problem ist wohl, dass Anlässe mit grossen Namen (Sven Väth..) pumpenvoll sein müssen, damit man überhaupt finanziell rauskommt.

– In den meisten grösseren Clubs oder bei Raves in Hallen tanzen alle Leute in Reih’ und Glied Richtung Bühne / DJ! Dies ist so lächerlich wie unsozial. Das Tanzen mit anderen Leuten ist doch im Ausgang ganz zentral!
Diese Richtung soll aufgelöst werden – mit visuellen Elementen auf verschiedenen Seiten. Deshalb auch der Name ‘No-DJ.com’ (eine der URLs dieses Projekts) – der DJ hat mit meinem Konzept eine wichtigere Rolle als bis anhin, aber er ist nicht mehr so der charismatische Star wo alle hingucken. Eigentlich zeigt sich schon seit Jahren immer mehr: So wirklich interessiert sich kaum jemand für den DJ, egal was er für einen Namen hat. Mal von den Superstars wie Jeff Mills oder Paul van Dyk abgesehen. Früher war es mal Mode, dass überall in den Discos Spiegel waren, und alles tanzte vor diesen. Weil das irgendwie doof war, hatte man die Spiegel dann doch entfernt. Aehnliches geschieht hoffentlich bald mit dem Zum-DJ-Hin-Tanzen. So sollte der DJ etwas mehr zum Arbeiter im Hintergrund werden.

Parties beginnen zu spät – Afterworkparties mit Krawattenheinis sind schrecklich, aber warum nicht einen Anlass um 19 Uhr beginnen ? Wenn man erst um 01:00 richtig loslegt, ist ja die Nacht schon bald um. Auch vermehrt Anlässe unter der Woche wären interessant, denn in Zukunft wird sich (meiner Ansicht nach) der strenge Wochenendrhythmus weiter auflösen. Die ‘esance’ Parties im Zürcher Mascotte (auch ein Club der leider keiner der hier aufgeführten Forderungen nachkommt) belegen das auch – sie sind immer (zu) gut besucht. Ein privater Club könnte auch Always Open sein.

– das Publikum muss besser sein! Wir brauchen mehr Frauen in einem neuen Club – und weniger Machos, mehr Leute die v.a. wegen der Musik und zum Tanzen kommen statt nur rumzuhängen und die Mädels dumm anmachen. Wer schon einmal mit einer hübschen Frau im Ausgang war, kennt das – Alle 5 Min klebt ihr ein neuer Geimi am Hintern und muss erstmal wieder vertrieben werden. Es sollte auch nicht sein, dass in einem Zürcher Club plötzlich 70% der Besucher männlich sind und vom Balkan (oder genausowenig z.Bsp. aus Oesterreich) stammen..

Outdoor; unter freiem Himmel ist eine feine Sache, aber der Boden muss gut sein. Das Problem der Lüftung und Kühlung ist damit gelöst.

Deko ist Unsinn, der Raum wird nur von Sound und Licht gebildet.
Dieser Punkt könnte für einige Leute Stein des Anstosses sein; Er bezieht sich aber vor allem auf den Bereich der Tanzfläche. Gestalterische Elemente in einem Lounge- oder Barbereich machen Sinn. Weniger Sinn machten z.Bsp. die Palmen, mit denen das ‘Q’ zuweilen vollgestellt wurde. Oder wenn das ‘Oxa’ durch 1000 CD’s die von der Decke hängen noch niedriger wirkt als es sowieso schon ist.

Themen-Parties mit Verkleidung oder sonstigem Dresscode sind ebenso Unsinn. Wenn man sich etwas die Geschichte der Technobewegung anschaut, sieht man, des eben genau das Sich-Auftakeln für einen Ausgang in einem exklusiven Rahmen in den Konzepten negiert wurde. Erst mit der Kommerzialisierung und der Ausweitung auf die breiten Massen haben sich solche Untugenden wieder eingeschlichen. (vgl. z. Bsp. Film ‘We call it Techno’)

– Es brauchte vielleicht ein paar Regeln welche dem Besucher am Eingang mitgeteilt werden. Diese würden von der Community definiert.
Auf der Tanzfläche keine Handtaschen auf dem Boden legen (und darum herumtanzen). Frauen sollen deren Taschen im Schliessfach deponieren. Auf der Tanzfläche nicht rauchen, trinken (obwohl.. wenns genug Platz hat OK), schwatzen. Keine SMS Sessions. Keine Handy-Fotos und Filmchen. Flaschen und andere Abfälle in die (in der ‘Servicewand’ eingebauten) Behälter werfen und nicht einfach auf den Boden. Kein Paartanz, der eine Menge Platz braucht.

Security müsste mehr eine Dienstleistung darstellen, eine Art Desk betreiben und vermehrt mühsame Typen von der Tanzfläche schaffen .. den Leuten helfen und nicht nur nach Drogen suchen.

Partypictures Fotografen müsste man dezimieren und höchstens in Randbereichen wirken lassen. Am besten man hat einen eigenen Fotografen der für die eigene Community arbeitet.

Zugang zum Club, zu den Bars (genug Personal!), Garderobe, Toiletten muss gut gewährleistet sein. Wie viele wertvolle Stunden an Parties schon mit Anstehen verloren

…”

One Comment leave one →
  1. Natty permalink
    June 25, 2012 10:38

    bitte unbedingt auf eine gute Durchmischung des Pubikums in punkto Mindestalter achten.

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